20 Jahre und kein bisschen leise

Das Jubiläumsjahr für die 1999 gegründete AOK Systems neigt sich dem Ende zu. Im Interview spricht Holger Witzemann über Highlights, die Entwicklungen rund um die elektronische Patientenakte und die Telematik.
 
Zwanzig Jahre AOK Systems – was war besonders?
Es ist sehr schwer, etwas herauszuheben. Aus historischer Sicht, auch für die gesamte AOK-Gemeinschaft, ist gewiss der Abschluss des oscare®-Rollouts in 2015 zu erwähnen. Wegweisend war auch die frühe Neukundengewinnung mit der BARMER 2003 und der Knappschaft Bahn-See. Dann gab es das herausragende Jahr 2013 mit den drei großen Stichtagsumstellungen bei der BKK Mobil Oil, HEK und der Viactiv, damals noch BKK vor Ort. Aber das sind nur kleine Ausschnitte aus einer wirklich produktiven Firmengeschichte!

Was waren für Sie Highlights in diesem Jahr?
Da muss ich auf jeden Fall unsere beiden Großprojekte bei der BARMER und der Knappschaft Bahn-See nennen. Mit der BARMER sind wir Anfang Oktober mit dem Modul Privatkundenmanagement erfolgreich produktiv gegangen. Damit endete ein zweijähriges Projekt nach Plan im vereinbarten Zeitraum. Durch die Erweiterung um den neuen Baustein steht der BARMER nun ein voll integriertes, leistungsfähiges System mit einer zukunftssicheren Architektur für über 9 Millionen Versicherte zur Verfügung. Bei der Knappschaft Bahn-See arbeiten zurzeit unsere Kolleginnen und Kollegen mit Hochdruck daran, die oscare®-Kompletteinführung zum Jahreswechsel zu realisieren. Beide Projekte sind große Vertrauensbeweise in die Leistungsfähigkeit der AOK Systems und in unsere Branchenlösung und haben uns in 2019 extrem beschäftigt.

Der Informationstag hat in diesem Jahr sehr viel Zulauf gehabt. Woran kann das liegen?
Ich glaube, es war vor drei Jahren eine absolut richtige Entscheidung, den Kunden-Informationstag der AOK Systems wieder zurück in unseren Hauptstandort Bonn zu verlegen. Das Programm ist einzigartig und vielseitig: relevante fachliche und strategische Themen sowie politische Inhalte, gemischt mit auflockernden und informativen Beiträgen. Und der wichtigste Punkt ist für mich die Community, unsere neutrale Gemeinschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung. Wir bieten unseren Kunden eine offene Plattform an, auf der dieser inhaltliche Mix regelmäßig präsentiert wird. Und in der wir auch klar zum Ausdruck bringen, dass unser Blick nach vorne geht. Das wird erkannt und gut angenommen, denn Andrang und Interesse werden jedes Jahr größer. Mit den diesjährigen rund 270 Teilnehmern haben wir einen neuen Besucherrekord aufgestellt. Insofern bin ich nur ein bisschen überrascht, aber sehr zufrieden!
 
Die ePA und die Telematik haben dort viel Raum eingenommen. Sind das gerade die topaktuellen Themen?
Ja, definitiv. Das liegt aus meiner Sicht auch daran, dass uns diese Themen nicht nur beruflich beschäftigen, sondern auch jeden gleichermaßen privat. Mit Christian Klose aus dem BMG und Dr. Markus Leyck Dieken von der gematik hatten wir dazu auch richtig tolle Gäste zur ePA und Telematik auf dem Informationstag. Unser Gesundheitsminister Jens Spahn treibt die Projekte konsequent voran. Die fachlichen Vorgaben, wie eine Telematik-Infrastruktur auszusehen hat, sind nun da.

Flankierend erscheint das „Digitale-Versorgung-Gesetz“ des Gesetzgebers?
Richtig. Es ist nun klar, innerhalb welchen Zeitraums dies für den Versicherten umgesetzt sein muss. Der ist knapp bemessen – daher arbeiten unsere Fachexperten bereits mit hohem Engagement daran, den notwendigen fachlichen Input für die elektronische Patientenakte und die entsprechenden Fachverfahren zu liefern. Und viele Fachanforderungen werden jetzt erst noch kommen. Der Vernetzungsgedanke wird weitergesponnen, es werden immer mehr Funktionen in der Telematikinfrastruktur abgebildet und die Versichertenportale und Marktplätze werden greifbarer. Als AOK Systems werden wir uns dieser Herausforderung stellen und unseren Kunden bestmögliche Lösungen anbieten.

Beschränkt sich die AOK Systems auf den fachlichen Input?
Nein. Es geht auch darum, für unsere Kunden technologisch vorauszudenken. Dabei bewegt uns u. a. die Frage, welche Technologien das Potenzial bieten, die Zukunft zu gestalten. Neben Innovationen müssen wir natürlich sicherstellen, dass alles technologisch gesamtheitlich zusammenpasst. Für diesen integrativen Ansatz haben wir bereits in 2018 strategische Initiativen und Projekte gestartet – wir sind daher gut vorbereitet! Essenziell bleiben Produkte, mit denen wir die Digitalisierung vorantreiben, und Prozesse, die den Versicherten bei der schnellen und nachvollziehbaren Abwicklung aller Anliegen von echtem Nutzen sind. Mit dem Produktzielbild 2025 der AOK Systems sei nur eine der vielen Maßnahmen genannt, an denen wir mit Hochdruck arbeiten. Wir freuen uns darauf, mit unseren Kunden die spannende Herausforderung zu meistern, die Zukunft gemeinsam zu gestalten.