Neue Frontends und Module

Seit Anfang 2025 vollzieht die AOK Systems bei der Online-Geschäftsstelle (OGS) für Privatkunden einen Wechsel: Die Entwicklung der Frontends wurde an Ernst & Young übergeben, der User-Store mit den Benutzerdaten wird zur T-Systems migriert.
Die AOK Systems verantwortet dafür exklusiv die Implementierung und technologische Weiterentwicklung des oscare® Digital Layers als logische Konsequenz der bisherigen Öffnungs- und Digitalisierungsstrategie für den GKV Branchenstandard oscare® - zur sicheren und flexiblen Vernetzung der GKV in das Gesundheitswesen. Sogenannte „Bounded Contexte“ sorgen im Zuge des Übergangs der Frontends für eine zunehmende Modularisierung der Geschäftsprozesse.

Der große Vorteil der neuen Bounded Contexte ist die Wiederverwendbarkeit. Die von uns entwickelten Bausteine können vom Kunden für verschiedene Geschäftsprozesse genutzt werden, ohne dass – so, wie es bisher war – für jeden Prozess neue Schnittstellen entwickelt werden müssen. Was dies im Einzelfall bedeutet, verdeutlicht das Beispiel Stammdaten zum Versicherten: Angenommen, eine Krankenkasse möchte Versichertendaten anzeigen. Dann gibt es dafür jetzt einen eigenen Bounded Context. In diesem Modul sind alle relevanten Daten des Versicherten gebündelt und stehen über den Digital Layer zur Verfügung.

Der oscare® Digital Layer bildet die Zwischenschicht, die Anbindungen und Zugriffe von externen Anwendungen strukturiert, performant und sicher sowie hochverfügbar ermöglicht, um die Daten im oscare®-Kern zu schützen.

Wenn also eine Krankenkasse einen neuen Prozess entwickeln will, zum Beispiel einen Erstattungsanspruch, kann sie in Zukunft den oben beschriebenen Bounded Context wiederverwenden. Die Bankverbindung und der Name werden dann einfach aus dem bestehenden Bounded Context übernommen. Dadurch kann die Kasse den Versicherten eine Funktion anbieten, bei der diese ihre hinterlegte Bankverbindung auswählen können, auf die die Erstattung überwiesen wird. Früher musste für jeden Prozess eine eigene Schnittstelle oder Datenquelle gebaut werden – jetzt reicht ein Zugriff auf den passenden Bounded Context über den oscare® Digital Layer.


Erste Bounded Contexte sind fertig

Zum endgültigen Produktivsetzungstermin – ins Auge gefasst wird aktuell der 16. September 2026 – werden es etwa elf Bounded Contexte sein. Davon wurden die ersten sechs bereits an die Kunden geliefert. Neben dem User Store mit den Kundendaten werden dadurch die bisherigen Module „Elektronische Patientenquittung“, „Prozess-Tracking“ und „Patientendaten-Schutz-Gesetz“ abgelöst. In Kürze erfolgt die Bereitstellung eines weiteren Bounded Context, der die Module „Kontaktdaten-, Stammdaten- und Adressdatenverwaltung“ sowie die Bankverbindungen ablöst. Ausgewählt wurden diese im Zuge einer Umfrage unter den Krankenkassen. Die Produkte mit dem stärksten Online-Traffic und Mehrwert für die Versicherten wurden als Erste entwickelt. Dadurch, dass die Bounded Contexte über den oscare® Digital Layer nach außen geöffnet sind, können externe Entwicklungsteams aber nicht nur auf die benötigten Daten zugreifen, sondern auch eigene Anwendungen darauf aufbauen. Das beschleunigt die Einführung neuer Funktionen und reduziert den Aufwand.


Reibungslose Migration ist gewährleistet

Zukünftig entwickelt Ernst & Young die neuen OGS-Frontends für die Web-Anwendung und die von den Privatversicherten genutzte App. Die Designs beider Oberflächen bleiben gleich. Zwar sind kleinere Anpassungen möglich, doch sollen sich die Nutzer:innen grundsätzlich wiederfinden. T-Systems wiederum ist ab sofort für das Identitätsmanagement zuständig. Die Migration der User-Store-Daten erfolgt bei den Nutzerdaten schrittweise: Bei jedem neuen Login oder bei einer Vorregistrierung, beispielsweise im Rahmen von Marketingaktionen, werden die Daten automatisch in das neue System übertragen. Mit dieser Vorgehensweise gewährleisten alle beteiligten Parteien eine ordnungsgemäße und unterbrechungsfreie Durchführung der Migrationsprozesse für Kassen und ihre Versicherten.


Autor: Markus Adelmann, Product Owner im Geschäftsbereich Entwicklung