Mehr als 1,77 Billionen Gesundheitsdaten migriert

Es war ein technologischer Meilenstein. Die AOK Systems hat im ersten Quartal 2026 ein großes und anspruchsvolles IT-Transformationsprojekt erfolgreich abgeschlossen. Nach mehr als drei Jahren intensiver Projektarbeit wurden mehr als 1,77 Billionen Gesundheitsdaten auf die neue Business-Intelligence-Plattform BW/4HANA übertragen.
Den Auftakt für das anspruchsvolle Transformationsprojekt bildete die Entscheidung für BW/4HANA im Juli 2022. Bereits Anfang 2023 begann die parallele Entwicklung von BWonHANA und BW/4HANA. Die doppelte Codestrecke erforderte höchste Präzision und Disziplin. Gleichzeitig entwickelte das Projektteam eine leistungsfähige Datenmigrationssoftware und bereitete die Überführung von mehr als 31.000 „oscare® Business Warehouse“-Objekten aus über 20 Jahren BI-Entwicklung vor. Ergänzt wurde dies durch standardisierte Migrationsverfahren, Werkzeuge und Rolloutkonzepte, die eine schrittweise und sichere Einführung bei den Krankenkassen ermöglichten.
Kein Knopfdruck-Verfahren
Nach den ersten großvolumigen Migrationen im Sommer 2024 mit mehr als 400 Milliarden Datensätzen gingen im Oktober 2024 die AOK NordWest und die AOK Rheinland/Hamburg als erste Kunden erfolgreich produktiv auf BW/4HANA. Schnell wurde deutlich, dass die Migration weit mehr war als eine rein technische Datenübertragung. „Bereits in dieser Phase zeigte sich, dass die Migration kein ‚Knopfdruck-Verfahren‘ ist, sondern eine hochgradig koordinierte Zusammenarbeit zwischen Entwicklung, Basis, Qualitätssicherung, Kunden und IT-Dienstleistern erfordert“, erklärt Gesamtprojektleiter Marco Fischer. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor war die Kombination aus technologischer Stabilität und einer sorgfältig abgestimmten Projektorganisation. Die eigens entwickelte Datenmigrationssoftware arbeitete zuverlässig und leistungsstark. Der Parallelbetrieb von BWonHANA und BW/4HANA ermöglichte umfassende Qualitätssicherungsmaßnahmen, während Nachmigrationen die vollständige Synchronität der Datenbestände gewährleisteten. Darüber hinaus wurden Schnittstellen, Datenlieferungen, kundenspezifische Entwicklungen und zahlreiche fachliche Prozesse intensiv geprüft, bevor die Systeme produktiv geschaltet wurden.
Bis zu neun Kunden parallel betreut
Im Jahr 2025 gewann das Projekt nochmals erheblich an Dynamik. Innerhalb von nur zwölf Monaten wurden elf von insgesamt 17 Kunden erfolgreich auf BW/4HANA migriert. Zeitweise betreute das Projektteam bis zu neun Kunden parallel – eine organisatorische und logistische Spitzenleistung. „Wir haben nicht nur ein technisches Großprojekt umgesetzt, sondern gleichzeitig mehrere komplexe Rollouts parallel gesteuert. Das war nur möglich, weil alle Beteiligten hervorragend zusammengearbeitet haben“, betont der Gesamtprojektleiter. Mit dem fünften Rolloutblock im vierten Quartal 2025 wurden weitere 486 Milliarden Datensätze migriert. Den erfolgreichen Abschluss bildete Anfang 2026 die Migration der HEK – Hanseatische Krankenkasse. Damit konnte der ambitionierte Gesamt-Rolloutplan vollständig eingehalten werden. Neben der eigentlichen Datenmigration umfasste das Projekt zahlreiche weitere technische Herausforderungen – von der Shell-Konvertierung über die Migration kundeneigener ABAP- und HANA-Entwicklungen bis hin zu Berechtigungen, Quellsystemanpassungen und individuellen Kundenentwicklungen.
