Drei auf einen Streich

Die AOK Systems hat einen weiteren Meilenstein für oscare® erreicht: Bei einem Großeinsatz an den Osterfeiertagen wurden bei der Barmer sowie der AOK Baden-Württemberg und der AOK Bayern insgesamt rund 59 Milliarden Datensätze und Softwarebestandteile vom CRM- in das CORE-System migriert und produktiv gesetzt. Die damit einhergehende Simplifizierung der Systemlandschaften sorgt unter anderem für einen deutlich geringeren Wartungs- und Betriebsaufwand sowie eine spürbare Kostenersparnis durch Wegfall der Systemarten.
Hintergrund des umfangreichen Transformationsprozesses sind die Aufkündigung des Wartungsvertrags vonseiten der SAP für die Systemart C (ab 2028) sowie der Wegfall des NetWeavers, der Plattform für alle SAP-Anwendungen. Nach dem 2024 gestarteten Rollout war im November 2025 die AOK NordWest produktiv gesetzt worden. Am 22. und 23. März 2026 folgte dann zunächst die AOK Nordost, bevor es von Karfreitag bis Ostermontag schließlich zum Großeinsatz bei der Barmer, der AOK Baden-Württemberg und der AOK Bayern kam.
Mit einem Dreischichtsystem
Als Migrationsstandorte wurden dabei die jeweiligen Niederlassungen der beteiligten externen Dienstleister gewählt: für die AOK Bayern die Räume der Dresdner Firma Kubus IT, für die AOK Baden-Württemberg der Sitz von IST Care in Ludwigsburg sowie für die BARMER der adesso-Standort Dortmund. Vollzogen wurde die Datenmigration auf Basis eines umfangreichen Ablaufplans, der insgesamt rund 300 Positionen umfasste, im Dreischichtensystem. Am Ostermontag fanden in Zusammenarbeit mit ausgewählten Kolleginnen und Kollegen der beteiligten Kassen umfangreiche Funktionstests mit produktiven Fällen als Grundlage statt, bevor am späten Nachmittag schließlich die Freigabe erfolgte. Nach der Produktivsetzung konnten alle Kolleginnen und Kollegen der AOK Bayern, der AOK Baden-Württemberg und der Barmer am Dienstagmorgen ab 6.30 Uhr wie gewohnt in ihr Tagesgeschäft einsteigen.
AOK Nordost wurde vorgezogen
Ursprünglich hätte auch die AOK Nordost erst an Ostern produktiv gesetzt werden sollen. Doch hatte sich diese im Vorfeld erfreulicherweise bereit erklärt, die Datenmigration bereits zwei Wochen vorher in Angriff zu nehmen. Die entsprechenden Zahlen sind beeindruckend: Sowohl bei der AOK Baden-Württtemberg als auch bei der AOK Bayern wurden über die Ostertage jeweils rund 18 Milliarden Datensätze migriert, bei der Barmer über 23 Milliarden. Bei der AOK Nordost wiederum waren es am vorletzten März-Wochenende immerhin knapp neun Milliarden Datensätze, die es zu transformieren galt. Und noch eine weitere Zahl ist bemerkenswert: Durch den Wegfall der CRM-Systeme haben die Kassen pro Jahr jeweils bis zu 1,2 Millionen Euro an Einsparungen zu erwarten.
Weitere Datenmigration in Vorbereitung
Bis Ende 2027 muss die AOK Systems bei allen ihrer 16 Kunden-Krankenkassen mit insgesamt 37 Millionen Versicherten die CRM-Systemarten abgelöst haben. Das ist knapp die Hälfte der deutschen Bevölkerung. Kein Wunder also, dass die Vorbereitungen für die nächste Datenmigration bereits in vollem Gange sind. In diesem Jahr werden vier Kassen produktiv gehen: Im Oktober sind dies die HEK, die AOK Niedersachsen und die AOK Bremen, im November folgt dann die AOK Sachsen-Anhalt. Und bereits im August starten wir die Umsetzung für jene Kunden, deren Produktivsetzung für 2027 vorgesehen ist.
