Digital Layer erreicht wichtigen Meilenstein

Mit der Online-Geschäftsstelle für Firmenkunden wurde am 8. Mai das erste konkrete Produkt des Digital Layer auf der neuen Plattform live geschaltet. Dieser Schritt markiert nicht nur eine technische Modernisierung, sondern zeigt auch, wie digitale Services künftig entwickelt, bereitgestellt und von externen Partnern genutzt werden können. Anders als bei früheren Einführungen gab es diesmal keinen einzelnen Pilotkunden und auch keinen schrittweisen Rollout. Mit dem Go-Live steht die Lösung unmittelbar in der Breite zur Verfügung.

Die Bedeutung dieses Schritts erschließt sich vor allem, wenn man den Digital Layer nicht als einzelnes Produkt versteht, sondern als technische Plattform. Er funktioniert wie ein modularer Baukasten, bei dem auf einer gemeinsamen Grundlage unterschiedliche digitale Anwendungen entstehen können. Die Online-Geschäftsstelle für Firmenkunden ist dabei das erste sichtbare Ergebnis. Weitere Anwendungen, etwa für Leistungserbringer und Privatkunden, werden nach demselben Prinzip folgen.


Eine geschützte Kommunikation

Konkret ermöglicht die neue Online-Geschäftsstelle Unternehmen ab sofort einen digitalen Zugang zu wichtigen Funktionen im Kontakt mit der Krankenkasse. So können Firmenkunden jetzt Stammdaten einsehen, Kommunikationsdaten ändern, Leistungen beantragen, bereits erhaltene Leistungen nachvollziehen sowie gesichert mit der Krankenkasse kommunizieren. Damit wird ein Teil jener Prozesse digital verfügbar, die bislang häufig papiergebunden, umständlich oder nur über getrennte Altsysteme abgebildet waren.


Eine kontrollierte Zwischenebene

Technisch ist dieser Schritt sehr anspruchsvoll. Denn die relevanten Daten sind tief in den Kernsystemen der Krankenkassen abgebildet. Sie befinden sich in Backend-Anwendungen – etwa in SAP-basierten Systemen –, in denen die Kassen ihre Prozesse und Versicherten-Informationen verwalten. Diese Daten müssen für digitale Portale nutzbar gemacht werden, ohne ihren Schutz zu verlieren. Der Digital Layer schafft dafür eine kontrollierte Zwischenebene: Er öffnet Daten und Prozesse gezielt nach außen, steuert Zugriffe und stellt sicher, dass nur berechtigte Anwendungen und Nutzer die jeweiligen Informationen abrufen oder bearbeiten können. Gleichzeitig übersetzt er komplexe Datenmodelle durch Entkopplung in einfach nutzbare APIs und erfüllt dabei weiterhin die bestehenden Sicherheitsanforderungen.


Frontend und Backend getrennt

Der Unterschied zu früheren Lösungen liegt vor allem in der Entkopplung von Frontend und Backend. In der Vergangenheit wurden Portallösungen häufig vollständig aus einer Hand entwickelt – inklusive der Oberfläche, die Kunden im Browser sehen. Ab sofort können externe Dienstleister das Frontend erstellen, während die Daten und Geschäftsprozesse über standardisierte Schnittstellen aus dem Digital Layer bereitgestellt werden. Damit wird die Plattform anschlussfähig für verschiedene Anbieter und Anwendungen.


Der erste Baustein

Mit der Firmenkunden-Lösung ist der erste fachliche Baustein umgesetzt. Im nächsten Schritt sollen weitere Online-Geschäftsstellen folgen. Für Leistungserbringer – etwa Arzt- oder Physiotherapiepraxen oder andere Anbieter im Gesundheitswesen – geht es um andere Prozesse: Abrechnungen, Kostenvoranschläge, Behandlungs-Berechtigungen oder die Kommunikation zu einzelnen Leistungsfällen mit der Krankenkasse. Das Grundprinzip bleibt dabei dasselbe: Ein bisher intern liegender Prozess wird digital nach außen geöffnet, damit er einfacher, schneller und sicherer mit der Krankenkasse abgewickelt werden kann. Dadurch entsteht sukzessive ein immer weiteres Spektrum an Geschäftsfähigkeiten, die über den Digital Layer abgebildet werden können.


Neue digitale Angebote schneller umsetzen

Der eigentliche Mehrwert des Digital Layers zeigt sich mit der Wiederverwendbarkeit einzelner Funktionen. So kann zum Beispiel ein gesichertes Postfach zunächst in der Online-Geschäftsstelle für Firmenkunden genutzt werden, später dann für Leistungserbringer und schließlich auch für die sichere Kommunikation mit Privatkunden. Was früher für jeden Kanal separat entwickelt, integriert und betrieben werden musste, kann künftig einmal bereitgestellt und mehrfach verwendet werden. Dadurch lassen sich auch Support-Strukturen vereinheitlichen und neue digitale Angebote schneller umsetzen.


Unterwegs zu neuen Welten

Auch die Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern wird sich durch den Digital Layer entscheidend verändern. Weil mehrere Anbieter Frontends oder Anwendungen entwickeln können, braucht es eine verlässliche und einheitliche Kommunikationsbasis. Diese Rolle übernimmt das neu aufgebaute Developer-Portal. Dort finden berechtigte Entwickler:innen die notwendigen Informationen zu Schnittstellen, um eigene Programme zu schreiben, die an den Digital Layer andocken können. Das reduziert den Abstimmungsaufwand erheblich. Zusätzlich schafft die Plattform neue Freiräume für die Entwicklung und stärkt die eigenständige Umsetzung von Anwendungsfällen. Das Developer-Portal ermöglicht es, APIs besser zu verstehen, Tests zu optimieren und ihr Potenzial gezielt auszuschöpfen. Entwickler:innen erhalten dafür einen umfassenden Werkzeugkoffer, mit dem sie Anwendungen an oscare® anbinden sowie die Interaktion zwischen Systemen realisieren können.


Autor: Gerald Schneider, Projektleiter Digital Layer