AOKs setzen auf einheitliche Software

Nach zweijähriger Vorarbeit haben sich alle AOKs auf eine einheitliche Softwarelandschaft im Kernsystem oscare® verständigt. Die erfolgreiche technische Standardisierung für IT-Produkte und Funktionen innerhalb der AOK-Gemeinschaft schafft die Grundlage für die fachliche Harmonisierung der Prozesse, die ab 2026 schrittweise erfolgen soll.

Ein wichtiger Meilenstein für die digitale Zusammenarbeit innerhalb der AOK-Gemeinschaft ist erreicht: Nach rund zwei Jahren intensiver Vorarbeit haben sich alle elf AOKs auf eine einheitliche technische Basis im produktiven Kern verständigt. Künftig arbeiten sie mit denselben IT-Produkten, Funktionen und Funktionserweiterungen. Damit ist die technische Standardisierung erfolgreich abgeschlossen – eine zentrale Voraussetzung für mehr Effizienz, geringere Kosten und eine vereinfachte Weiterentwicklung der Softwarelandschaft. Zuvor waren die AOKs softwareseitig auf unterschiedlichen Wegen unterwegs. Zwar nutzten alle Kassen das gemeinsame Kernsystem oscare®, doch Umfang und Ausprägung der Funktionen variierten stark. Individuelle Anpassungen und Erweiterungen führten zu einer hohen Komplexität in Entwicklung, Betrieb und Wartung. Vor diesem Hintergrund fassten die Vorstandsvorsitzenden der AOK-Gemeinschaft vor rund drei Jahren den Beschluss, künftig konsequent auf einheitliche Softwareprodukte zu setzen. „Es galt, viele unterschiedliche Interessen zusammenzuführen und tragfähige Kompromisse zu finden. Nach zwei zunächst weniger erfolgreichen Anläufen und dem klaren Willen aller Beteiligten, die gemeinsamen Beschlüsse konsequent umzusetzen, konnten wir im Herbst 2025 schließlich Vollzug melden“, erläutert David Machauer, Projektleiter bei der AOK Systems.


50 Kernprozesse technisch vereinheitlicht

Im Fokus der Standardisierung stand der hochproduktive Kern, der alle zentralen Aufgaben der AOKs abbildet – von der Mitgliederbestandsverwaltung über Genehmigungsprozesse bis hin zu Leistungsabrechnungen und Auszahlungen. Insgesamt wurden rund 50 kleinteilig gegliederte Kernprozesse auf technischer Ebene vereinheitlicht. Das bedeutet: Alle AOKs nutzen nun identische Produkte und Funktionen für diese Prozesse. „Jetzt wissen wir verbindlich, mit welchen IT-Produkten die AOKs in oscare® arbeiten wollen“, betont David Machauer. Die technische Standardisierung bildet die Grundlage für den nächsten großen Schritt: die fachliche Harmonisierung der Prozesse. Diese soll ab 2026 schrittweise erfolgen. Ziel ist es, Prozesse nicht nur technisch, sondern auch inhaltlich einheitlich auszugestalten – von Parametern bis zum Customizing. Die AOK Systems wird die AOK-Gemeinschaft bei diesem Transformationsprozess bis Ende 2029 begleiten.


Autor: Florian Christopher Friedrich, stellvertretender IT-Projektleiter bei der AOK Systems